"Ich wollte nie einfach nur Wein einkaufen und verkaufen"

Nach meinem Weinbaustudium wollte ich etwas Eigenes aufbauen. Eigene Weinberge waren damals finanziell nicht möglich und zugekaufte Weine unter eigenem Namen zu verkaufen, kam für mich überhaupt nicht infrage. Ich wollte Sekte herstellen, dass hatte ich gelernt, und meine eigenen Vorstellungen von Sekt umsetzen.

Also kaufte ich die ersten 1000 Liter Most von einem befreundeten Winzer und gründete gemeinsam mit Daniel Cimander die Seppelt & Cimander Sektmanufaktur. Seitdem arbeiten wir Schritt für Schritt daran, Sekte zu machen, die Menschen Freude bereiten und Lust auf das nächste Glas machen.

"Eine klare Linie"

Für uns muss guter Sekt eine klare Linie haben. Er soll nicht nach allem und nichts schmecken, sondern präzise und klar. Wenn wir eine Cuvée probieren, suchen wir keine möglichst große Aromenvielfalt. Wir suchen einen klaren Stil. Erst wenn jeder Schluck dieselbe Idee erzählt, ist der Sekt für uns fertig.

Wir machen ganz trockene, geradlinige Sekte mit Frische und Spannung. Wir orientieren uns nicht an einem bestimmten Stil oder daran, wie Sekt gerade schmecken soll. Wir machen den Sekt, den wir selbst am liebsten trinken.

"Bloß keine Fehler"

Im Keller versuchen wir, möglichst wenig falsch zu machen. Klingt logisch, ist aber gar nicht so einfach. Ich bin überzeugt, dass schlechter Wein die Summe vieler kleiner Fehler ist. Deshalb hinterfragen wir jeden Arbeitsschritt und greifen nur dann ein, wenn es wirklich nötig ist.

Jede unnötige Bewegung bedeutet Stress für den Grundwein. Dabei kommt uns unsere kleine Manufaktur zugute. Vom Holzfass bis zur Füllanlage sind es gerade einmal drei Meter. So vermeiden wir lange Schlauchleitungen und unnötige Pumpvorgänge. Unser Ziel ist es, den Grundwein möglichst schonend zu behandeln, damit er seine Frische, sein Aroma und seine Herkunft bewahrt.

Einen Teil unserer Grundweine vergären wir in kleinen Holzfässern. Dort gewinnen sie an Fülle und Tiefe, ohne ihre geradlinige Art zu verlieren. Unseren Sekten geben wir viel Zeit. Mindestens 36 Monate reifen sie auf der Hefe. In dieser Zeit entwickelt sich die feine Perlage, die unsere Sekte ausmacht.